Bericht zum Sänger- und Musikanten Hoagart

im Heimathaus Chieming

Musik und Geschichten im Mittelpunkt
Beim Sänger-und Musikantenhoagart im Heimathaus viel geboten.

"Zammrucka" hieß es im voll besetzten Gewölbesaal des Heimathauses in Chieming, damit beim vom Freundeskreis Heimathaus veranstalteten Sänger- und Musikanten-Hoagart auch die letzten Besucher noch Platz fanden. Nachdem der Ortsheimatpfleger und Vorsitzende des Freundeskreises, Hubert Steiner mit einem Räucherkessl die "bösen Geister der Rauhnächte" vertrieben hatte, begrüßte er die Anwesenden.
Die jungen Musikanten der "Hoiz-Knopf-Blech-Musi" hatten den Reigen der Musikanten eröffnet und erfreuten den Abend hindurch mit ihren flotten Stücken. Der "Dreig´sang Döpper-Genghammer" begann mit einem Dreiköniglied, die vier am weitesten angereisten Damen der "Unterwaller Musikantinnen" aus Wall bei Miesbach spielten mit Klarinette, Steirerziach oder Akkordeon, Kontrabass und Harfe auf und die vier Männer der "Siegsdorfer Sänger" folgten mit einem Eisstockschützenlied. Diese vier Gruppen ernteten mit ihren im Wechsel vorgetragenen Liedern immer wieder stürmischen Beifall.
Zwischen den musikalischen Einlagen würzte Hubert Steiner den Abend mit Wortbeiträgen zum Liachtmessbrauch, zu boarischen Haussprüchen, zu den wundersamen Begebenheiten im Mirakelbuch von 1646 in Tuntenhausen und den Spitznamen, die sich die Dörfer früher gegeben haben. Er zündete als Beispiel für historische Lichtquellen einen Kienspan und eine Öllampe an und stellte eine schwarze Wetterkerze so wie die geweihten "Pfenningkirzl" vor, die früher, für jeden Hausbewohner eines, auf ein kleines "Millibredl" gestellt wurden. Am Schluss kamen die früher weit verbreiteten Spitznamen der Dörfer zu Sprache. Die Grabenstätter sind die "Gänshänger" nach der dort betriebenen Gänsezucht und den zum Rupfen aufgehängen Tieren, die Traunwalchener heißen aufgrund der um den Ort gelegenen Heidebebieten die "Traunwalchner Hoadaraböck" und die Chieminger sind die "Zaunloana". Sie verdanken ihren Namen einem Bittgang nach Hart, auf dem sie sich nach übermäßigem Biergenuss an einen Zaun angelehnt ihres Mageninhalts entledigten.
Für das leibliche Woh der Besucher sorgten Verwandte des Heimatpflegers und zahlreiche ehrenamtliche Helfer.

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