Bericht zu Aufgspuit am Chiemsee 19. Juni 2022

„Aufgspuit am Chiemsee“ zum sechsten Mal in Chieming
„Es ist schön anzuschauen, mit welcher Begeisterung die jungen Nachwuchsmusiker die echte alpenländische Volksmusik pflegen“, war ein Fazit, das die Initiatoren Lisbeth Genghammer, Bärbel Baumgartner, Hubert Steiner, Irmi Wallner und Thomas Schlicht zogen. Insgesamt traten in drei Zeit-Intervallen von jeweils knapp drei Stunden 13 Musikgruppen, die sich alle der echten überlieferten Volksmusik verbunden fühlen, an unterschiedlichen Plätzen im Biergarten auf. Dazu kamen noch Darbietungen der Musikschulen aus Traunwalchen, Inzell, Grassau und Traunstein sowie von den Chieminger Trachtenkindern, die ihre erlernten Chiemgauer Tänze und Schuhplattler zeigten. Auch Leo Meixner, Volksmusikpfleger für den Bezirk Oberbayern, war aus Bruckmühl gekommen, um mit den Biergartengästen ausgewählte Volkslieder anzuleiten und zum Mitsingen zu animieren.

Der böhmischen Blasmusik fühlt sich die Gruppe „Nix is Fix Böhmisch“ verbunden, die vom Sankt Georgener Pius Bauer geleitet wird und mit 22 jungen Musikanten aus dem Landkreis Traunstein für frische Klänge sorgte. Auch „D`Astigen 13“, eine ebenfalls dynamische Musikgruppe mit 15 Jungmusikern aus dem Berchtesgadener Land und dem Rupertiwinkel unter der Leiter Andreas Pfannerstill aus Piding, zeigte ihre Freude vor allem an der böhmisch-mährischen Blasmusik.

Als Chieminger Lokal-Musikgruppe gilt die „SeeOderBerg-Musi“, die im letzten Jahr noch als „Familienmusi Baumgartner & Wallner“ auftrat. Auch die „Daxnschnoata Musi“, die sich aus Chieminger und Grabenstätter Musikern zusammensetzt, kann so gesehen werden. Neben dem Vorsitzenden des Chieminger Musikvereins, Andi Steiner, gehören ihr Herbert Abeska an, der sagte: „Wir sind nicht tot zu kriegen, seit 1984 besteht unsere Gruppe jetzt schon, die durch die Leidenschaft zur Tanzlmusi zusammengehalten wird.“ Und es waren auch wieder die mittlerweile bereits „kultigen“ drei Chieminger Alphornbläser, bestehend aus Irmi Wallner, Albert Asenkerschbaumer und Hermann Probst, dabei. Diesmal begeisterten sie mit sonoren Klängen wie dem „Oiperer“, dem „Alphorn Choral“, dem „Choral zu Reinach“ oder dem „Jagdhornruf Nummer 5“ das Publikum.

Die am weitest angereiste Gruppe war „6erGsponn“ aus dem südlichen Lungau. Die sechsköpfige Gruppe mit den Gebrüdern Markus und Simon Zaller fühlen sich der österreichischen Volksmusik verbunden, aber auch der Böhmischen und Oberkrainer Musiktradition. Simon Zaller, der selbst Märsche und Walzer komponiert, sagte: „Wir haben von dem netten musikalischen Beisammensein am Chiemsee gehört, freuen uns über unseren ersten internationalen Auftritt und meinen, dass man sich erst dann Tanzlmusi nennen darf, wenn man einmal in Bayern gespielt hat.“

Ein weiteres musikalisches Schmankerl bestand im Liedgut der vier Siegsdorfer Sänger, die von Peter Graspeuntner auf der Zither und von Franz Dunst auf der Kontragitarre begleitet wurden. Gleich zwei Musikgruppen gehört Martin Stief junior aus Ruhpolding an, der sowohl in der Familienmusik mit Bruder Florian und den Eltern Uschi und Martin senior die Ziach spielt, als auch bei der U-25er Gruppe der „Fuschbach-Musi“ mitwirkt. Ebenfalls in zwei Musikgruppen wirkte Rudi Rudholzner aus Siegsdorf mit. Er gehört zum einen der Ziach- und Saitenmusi „Mehraloa“ mit fünf Musikanten aus dem Chiemgau und Rupertiwinkel an, und zum andern zur „Ribisl Musi“ mit vier Musikanten aus Trostberg und Siegsdorf, die ihren Schwerpunkt in einer „ruhigen almerischen Musik“ mit Gesang sehen. Als gestandene Musikanten trat die „Aufhamer Klarinettenmusi“ auf, die mit Marcell Derwart einen Eigenkomponisten in ihren Reihen hat, und der von Marianne Hess „eine gute Unterstützung im Aufschreiben der Musikideen erhält“. Auch die „Waginger Wirtshausmusi“ mit Christine und Willi Huber an der Ziach in Begleitung von Hias Winkler mit der Tuba und Franz Winkler mit der Gitarre stieß auf Sympathie beim Publikum. Die Traunwalchener Musikschule glänzte mit fünf jungen Musikantinnen, die sich „D`Stoalacher“ nennen. Die Musikschule Inzell war mit den Gebrüdern Berreiter vertreten. Aus Grassau machten die Lamstoana Harfendirndl und Elias Nassor als Ziachsolist auf sich aufmerksam. Auch die Musikschule Traunstein zeigte mit Ziachspielern wie den Geschwistern Hundmayer, Sebastian Maier und der Traunsteiner Ziachmusi ihr Können. Den gebührenden Abschluss bot ab 19 Uhr die schneidige Tanzlmusi „Schladl-Musi“ aus dem Raum Altötting, die vom Chiemseer Wirtshaus engagiert wurde.

Am Ende des Tages waren alle mit dem Verlauf des gut organisierten Chieminger Musik sehr zufrieden, nur ein paar Grad kühler hätte es gern sein dürfen. Besonders dankbar sind die Organisatoren des Heimathauses dem Wirt des Chiemseer Wirtshauses, der für die über einhundert beteiligten Musiker und Mitarbeiter den ganzen Tag über die Verpflegung bereitstellte.

Das Organisationsteam von „Aufgspuit am Chiemsee“ sagt ein herzliches „Vergelts Gott“ an alle Musikanten, Sänger, Trachtenkinder und dem Volksmusikpfleger Leo Meixner für den wunderschönen Tag. Ein besonderer Dank geht an die fleißigen Kuchenbäckerinnen und Helfer, sowie die Unterstützung vom Verkehrsverein, der Gemeinde Chieming, Musik Mayer und natürlich allen Gästen für den Besuch. Dank Eurer Unterstützung und Spenden konnte den Musikanten eine schöne Aufwandsentschädigung mitgegeben werden.
Ein großes Lob geht an das gesamte Team vom Chiemseer Wirtshaus für die gute Bewirtung  und die kostenlose Verpflegung von 120 Musikanten und Helfern. Danke sagt der Verein Freundeskreis Heimathaus Chieming auch bei Arno Zandl für die Berichterstattung und für die Bereitstellung von Foto-und Filmmaterial bei Wasti Wallner und Bernd Nitschke und freut sich auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt „Aufgspuit am Chiemsee“.

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