Das Chieminger Heimathaus in seiner ganzen Pracht
... so wohnte der Knecht
Milchverarbeitung damals ...
... das historische Chieming
... alte Schätze

Mit Musi und Gsang ins neue Jahr!

Am: 06.01.2026

Heimathaus Chieming Veranstaltungen

30 Jahre Volksmusik an Hl.Dreikönig

Einen Hl. Dreikönig Abend der besonderen Art erlebten Musik- und Mundartliebhaber beim alpenländischen Konzert in der Chieminger Pfarrkirche. Der Einladung gemeinsam Volksmusik zu erleben und sich an den Geschichten von Mundartautor Gustl Lex zu erfreuen, folgte eine große Besucherschar. Kaum noch ein Platz war zu finden, als das Programm mit einer Bläserweise pünktlich zum Glockenschlag um 19 Uhr begann. Anlass zu diesem Konzert war das 30-jährige Jubiläum des Sänger- und Musikantenhoagarts des Heimathauses Chieming, das seit 1996 immer um den Feiertag stattfindet. Einige Musikanten von der mitwirkenden SeeOderBerg Musi, mit den beiden Familien Baumgartner und Wallner, spielten bereits damals in einer Tanzlmusi zusammen und wollten mit befreundeten Gruppen einen volksmusikalischen Abend verbringen. Hubert Steiner, Vorstand des Heimatvereins, stellte der damaligen Wetzstoa-Tanzlmusi den Gewölbesaal zur Verfügung und kümmerte sich seither mit Verwandten und Freunden um das leibliche Wohl. Dieses Jahr sollte es anders sein und die Musikanten um Tochter Bärbel Baumgartner luden die Helfer und all die treuen Zuhörer in die Kirche zum Genießen ein. Die SeeOderBerg Musi fand sich vor etwa 5 Jahren in dieser neuen Formation zusammen. Irmi Wallner und Bärbel Baumgartner musizieren seit ihrer Kinder- und Jugendzeit in verschiedenen Gruppen miteinander und so fügten sich die vier Bläserstimmen der Familie Baumgartner aus Oderberg mit der Ziach- und Harfenbegleitung von den Wallners aus Chieming am See, so entstand auch die Zusammensetzung des Gruppennamens, zueinander. Für diesen Konzert-Abend gesellte sich auch Irmi´s Schwester, Christine Guggenberger mit ihrem Kontrabass hinzu. Die Weisenbläsergruppe mit Markus Baumgartner am Flügelhorn, Lukas Baumgartner an der Bassklarinette und Wasti Wallner am Bassflügelhorn, wurde durch Toni Wallner am Flügelhorn als Quartett vervollständigt.

Durchs Programm führte der Grabenstätter Ortsheimatpfleger und Mundartautor Gustl Lex, der schon viele Jahre mit seinen meist selbst geschrieben lustigen Geschichten den Chieminger Dreikönig- Hoagart in bewährter Weise bereicherte. In seiner ihm eigenen Art, gut recherchiert und interessant, aber immer mit einem humorvollen Augenzwinkern erzählte er über Weihnachten, die Rauhnächte, den Jahresbeginn und Dreikönig. Mit dem Spruch: „De alten Bräuch und de alten Zäun, gehn alle langsam ein,“ beschrieb er Entstehung und althergebrachtes um Advent und Weihnachten, bemerkte aber auch, dass sich mit Neuem nicht unbedingt Positives einschleicht. Der moderne Mensch kann mit seinem hektischen, von Terminen geprägten Lebensstil Weihnachten nicht mehr erwarten und das Fest wird bedauerlicherweise schon von vielen im und vor dem Advent gefeiert.

Die Gruppen wurden von Lisbeth Genghammer, die seit vielen Jahren bei der Programmzusammenstellung mitwirkt, in ihrer charmanten, lockeren Art vorgestellt. Mit dem passenden Liedgut vom Binder Dreig´sang aus Siegsdorf ging es weiter im Programm. Hans Mader – genannt der Binder Hans, zugleich Namensgeber des Trios – und Hans Ramstötter, suchten im Juni 2023 für eine Gesangseinlage eine Aushilfe und fanden dafür die allseits bekannte Lisbeth Genghammer. Das Proben hat ihnen so gut gefallen, dass sie weiter sangen und Liedgut aussuchten, das noch nicht so bekannt war und ist. Diese Liedforschung hat viel Zeit in Anspruch genommen, sich aber dennoch ausgezahlt. So können sie aus dem Vollen schöpfen und fast den ganzen Jahreskreislauf besingen, was sie in beeindruckender Weise an diesem Abend zu Gehör brachten.

Im zweiten Block berichtete Lex, dass keine Zeit im Jahr so voller mystischer Geschichten und Bräuchen ist, wie die 12 Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönig, die sogenannten Rauhnächte. Von Generation zu Generation wurden diese geheimnisvollen Erzählungen von Geistern, Dämonen und Perchten weitergegeben, deren Ursprung bis in das keltisch – germanische Zeitalter zurück reicht. Gerade in diesen Rauhnächten glaubte man, dass die Wolken in mondheller Nacht die „wilde Jagd“ sei und dass Wotan und Frau Berscht, die mit den Seelen der unerlösten Menschen und der ungetauften Kinder übern Himmel fuhr. Auch der oft zu dieser Jahreszeit auftretende Wind wurde als Zeichen gewertet, dass die Geister fauchend und jammernd durch den Kamin, ins Haus wollen. Aber tröstlich ist, dass man sich diesem Treiben durch Rosenkranzgebet und Räuchern entgegenstellt.

Mit den mystischen Klängen von Hans Wiesholzer am Akkordeon, Sepp Linhuber an der Gitarre und Lisbeth Genhammer an der Zither, konnte man sich die Rauhnächte regelrecht vor Augen halten. Das feine Gespür der drei Vollblutmusikanten verbreitete sich im ganzen Kirchenraum. Die Bankerl Musi hat ihren Ursprung durch das Bankerl Singen“ in Aschau mit der all zu früh verstorbenen Gabi Reiserer und Hans Wiesholzer. Mit diesem Erbe wurde Hans und Lisbeth alsbald beauftragt, mit Erfolg. Sepp Linhuber, schon jahrelang beheimatet in Aschau, verstärkt und unterstreicht nun den neuen Namen der Aschauer Bankerl Musi.

Im letzten Block widmete sich Lex dem neuen Jahr. Er wusste, dass Neujahr, also der Jahresbeginn schon des Öfteren verlegt worden ist. Lange Zeit war es der 6. Januar und erst ab dem Jahr 1691 legte Papst Innozenz XII. für die katholischen Länder Neujahr auf den 1. Januar. Wenn sich auch das Datum änderte, war es über Länder hinweg zu allen Zeiten Brauch, sich ein „glückseliges neues Jahr“ zu wünschen.

Der stimmungsvolle Bogen des Programms spannte sich von Anfang bis zum Schluss, mit besinnlichen Saitenklängen, einfühlsamen Weisen bis zu lebendigen Klarinetten- und Flügelhornklängen über den ganzen Abend, das durch den langanhaltenden Applaus der vielen Besucher honoriert wurde. 

BB

Mit Musi und Gsang ins neue Jahr!
Mit Musi und Gsang ins neue Jahr!
Mit Musi und Gsang ins neue Jahr!
Mit Musi und Gsang ins neue Jahr!